Montpellier – mediterraner Flair und beeindruckende Architektur

Ich schulde euch noch einige Beiträge meiner Südfrankreich-Rundreise. Diese ist zwar nun schon zwei Jahre her, aber ich versuche, meine Reiseeindrücke mithilfe meines handgeschriebenen Reisetagebuchs sowie anhand von Fotos zu rekonstruieren.

Die zweite Destination meiner Südfrankreich-Rundreise war Montpellier (zur ersten geht’s hier lang).

Montpellier ist eine sehr saubere und schöne Stadt und mit rund 270.000 EinwohnerInnen die achtgrößte Stadt Frankreichs (zum Vergleich: Linz ist mit ca. 200.000 die drittgrößte Stadt Österreichs). Rund ein Drittel davon sind StudentInnen (zum Vergleich: In Corte sind etwa 60 % der EinwohnerInnen Studierende). Da ich allerdings während der Sommerferien hier bin, merke ich davon nichts.

Auch hier wohne ich sehr zentral. Das Hotel (Hôtel de la Comédie) befindet sich in einer kleinen Nebenstraße vom Place de la Comédie.

place de la comédie
La Place de la comédie

Von hier aus führen mehrere Wege und Transportmittel in die Stadt. Ich beschließe, die Stadt vorerst per pedes zu erkunden. Namensgeber des Platzes ist die im 18. Jahrhundert erbaute Opéra Comédie, die sich ebenfalls auf dem Platz befindet.

L'opéra de Montpellier
L’Opéra national de Montpellier (Opéra Comédie)

Auch der Brunnen der drei Grazien (Les trois grâces) davor ist sehenswert.

La fontaine les trois grâces

Die Architektur Montpelliers gefällt mir auf Anhieb ausgesprochen gut.

Stadtviertel Antigone

Hinter dem Place de la Comédie beginnt das Stadtviertel Antigone, das vom katalanischen Architekten Ricardo Bofill entworfen wurde. Das Viertel entstand in den 1980er Jahren und hat eine Vorbildfunktion für moderne Städteplanung. Gekonnt werden hier antike Elemente mit modernen vereint – nicht nur für Architekturbegeisterte sehenswert.

 

Wer übrigens die Nike von Samothrake noch nicht im Louvre bestaunen konnte: am Ende der ein Kilometer langen Fußgängerpromenade steht eine Kopie der griechischen Göttin.

nike statue - victoire de samothrace.jpg

Dahinter ist bereits das Regierungsgebäude Conseil Régional Languedoc-Roussillon zu sehen.

Conseil Régional Languedoc Roussillon
Conseil Régional Languedoc Roussillon (Regierungsgebäude)

Ich setze meinen Stadtrundgang entlang des Flusses, dessen Name Lez lautet, fort.

Montpellier_Fluss_Le Lezam-fluss-lez-entlang_montpellier.jpg

Wie ersichtlich ist der Fluss teilweise von sehr viel Beton umgeben, was ich nicht sonderlich charmant finde.

Da ich heute gerne noch ein wenig Meerluft schnuppern möchte, beschließe ich, die navette (frz. für Pendelbus) zum ca. 15 Kilometer entfernten Strand zu nehmen.

Dort angekommen bin ich jedoch etwas enttäuscht. Es handelt sich um keinen besonders schönen Strand (zumindest, wenn man kurz davor in Sardinien war). Da die Anreise jedoch beschwerlich und lang war – bin einen Teil zu Fuß gegangen und habe mich anschließend verfahren – beschließe ich, zumindest eine Weile zu bleiben.

La plage du grand travers_Montpellier

Montpellier_La plage du grand travers

Strand in Montpellier

Abends spaziere ich noch ein wenig durch die Altstadt und lasse den ersten Tag Revue passieren.

 

Tag 2

Heute bin ich schon recht früh los, denn ich mag es, wenn die Stadt noch schläft und ruhig ist und ich im Park nur die Grillen zirpen höre. Ich mache mich daher nach dem Frühstück Richtung Jardin des Plantes auf. Dort abgekommen muss ich allerdings feststellen, dass dieser erst um 12 Uhr (!) seine Pforten öffnet. Da sich das Warten nicht auszahlt, besichtige ich zunächst die Umgebung.

Auch in Montpellier gibt es einen Triumphbogen (leider allerdings wieder mit Baustelle).

Triumphbogen Montpellier
La Porte du Peyrou

Die Porte du Peyrou, wie der Triumphbogen hier heißt, wurde zu Ehren von Ludwig XIV. Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Er bildet den Zugang zur Grünanlage Place royale du Peyrou. Der Begriff „Peyrou“ stammt aus dem Okzitanischen und bedeutet so viel wie steinig (frz. pierreux).

Der Parc Peyrou

Den Mittelpunkt der Promenade du Peyrou bildet das Reiterstandbild von Ludwig XIV.

Reiterstandbild vom Sonnenkönig
Reiterstandbild von Ludwig XIV.

Eine weitere markante Sehenswürdigkeit ist das dahinterliegende Château d’Eau (dt. Wasserschloss), das im neoklassizistischen Stil gebaut ist.

Château d_Eau_Montpellier

Hinter dem Turm ist das Aquädukt von Saint-Clément zu sehen:

Aqueduc de Saint-Clément
Aqueduc de Saint-Clément

Anschließend versuche ich erneut mein Glück im botanischen Garten (übrigens der erste botanische Garten Frankreichs). Diesmal hat er offen und ich raste mich ein wenig aus.

Montpellier_Le jardin des plantes

Eine Katze leistet mir kurz Gesellschaft. ❤

Le jardin des plantes à Montpellier

Botanischer Garten in Montpellier.jpg

Anschließend drehe ich noch eine Runde durch die Altstadt. Hier daher einige Altstadtimpressionen:

le dada café

Das französische Wort „Dada“ ist der Kleinkindersprache entnommen und bedeutet Steckenpferd. Hiernach wurde der Dadaismus benannt.

Librairie juridique_Montpellier
Der französische Facultas

Montpellier_Stadtimpression_Schnappschuss

Und hier war ich abends essen:

Altstadt von Montpellier

Altstadtimpression_Montpellier

faculté de droit2
Wandfreseke der juristischen Fakultät

Fazit: Montpellier hat mir zwar sehr gut gefallen, aber mir fehlt das Meer bzw. Wasser. Außerhalb des Zentrums fließt zwar der Fluss Lez, aber abgesehen davon ist die Stadt quasi „wasserfrei“. Meinen Aufenthalt habe ich mit 2 Tagen ganz gut bemessen und ich bin nun schon sehr auf meine nächste Destination, Toulouse, gespannt. 🙂

 


Dieser Beitrag hat an der Blogparade #sonntagsglück von Soulsister meets friends teilgenommen.

 

 

 

3 Kommentare zu „Montpellier – mediterraner Flair und beeindruckende Architektur

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