4 Tage Neapel – Die besten Tipps für deine Städtereise inkl. Pompeji, Herculaneum und Amalfiküste

Eine Städtereise nach Neapel stand ehrlich gesagt nie auf meiner Bucket List. Als mein Mann jedoch spontan vorschlug, anlässlich unseres 10. Jahrestages mit dem Nachtzug nach Neapel zu fahren, war ich sofort dabei – und Spoiler: Das war eine der besten Entscheidungen ever! Nur, dass wir dann doch nicht mit dem Nachtzug gefahren sind. Aber alles der Reihe nach. 😉

Aja und kleine Vorwarnung: Die Lektüre dieses Beitrags kann zu starker Sehnsucht nach Pizza und Fernweh sowie der Buchung einer Neapel-Städtereise führen.

Okay, Ich habe dich gewarnt. 😉

Das erwartet dich konkret in diesem Beitrag:

Anreise nach Neapel

Aus Zeit- und Kostengründen und, um mich außerdem mal wieder meiner Flugangst zu stellen (ich bin ja schon wieder über ein Jahr nicht geflogen und davon wird die Flugangst leider nicht besser, sondern eher im Gegenteil!), haben wir uns schließlich doch für eine Anreise mit dem Flugzeug entschieden. Von Wien aus sind es nur etwa 1,5 Stunden.

Wir wollen aber unbedingt ganz bald den neuen ÖBB-Nightjet ausprobieren, vielleicht nach Bologna.

Übernachten in Neapel

Wir hatten wirklich eine super schöne Unterkunft und zwar haben wir in dem Apartment Terrazze tra i musei am Rande des historischen Zentrums übernachtet. Die Lage war echt perfektsuper zentral und dennoch schon etwas ruhiger (für Neapel-Verhältnisse :D), nur wenige Gehminuten von der Altstadt und den U-Bahn-Stationen Materdei und Museo entfernt.

Positiv hervorzuheben ist vor allem, dass es sehr ruhig war, das Bett super bequem und – natürlich: die Kaffeemaschine am Zimmer. Als Koffeinjunkies für uns ein Must-Have. 😀 Eine Küchenzeile hatten wir zwar keine, aber es gibt dort auch Apartments mit Herd und Co.

Gut zu wissen: Es gibt keine Rezeption. Ein Check-in ist regulär nur zwischen 14 und 20 Uhr möglich. Da unser Flug erst abends ging, mussten wir einen Aufpreis von 20 Euro für den „Late Check-in“ (gegen 21 Uhr) zahlen.

Unser Gastgeber Claudio hat uns super herzlich empfangen und stand auch sonst bei Fragen zur Verfügung.

Der WLAN-Empfang war „leider“ (oder Gott sei Dank? ;-)) sehr schlecht, womit ich gar nicht erst in Versuchung gekommen bin, zu arbeiten. Der Laptop blieb somit die ganzen 4 Tage ungeöffnet. Yay!

Wir hatten leider keinen Zugang zur Terrasse. Diese ist nur bei bestimmten Apartments inkludiert. Das hatte ich wohl überlesen. Ich finde dennoch den Namen der Unterkunft „Terrazze“ als auch die Fotos diesbezüglich etwas irreführend und war daher schon ein bisschen enttäuscht, aber wie auf Reisen so üblich, verbringt man ja ohnehin die wenigste Zeit am Zimmer, also hätten wir die Terrasse vermutlich auch kaum genutzt. 😉

Da es sich um kein Hotel handelt, wird dazwischen natürlich auch nicht geputzt, was bei einem längeren Aufenthalt eventuell störend sein könnte, für die 4 Nächte war es für uns aber völlig in Ordnung.

Achtung Spoiler: Ja, in Neapel hält man es meines Erachtens durchaus länger als 4 Tage aus. 😉

Tag 1: Vegan brunchen und Ausflug nach Pompeji

Da wir erst spät abends angekommen sind, haben wir den ersten Tag gemütlich mit einer kleinen Orientierungstour begonnen und sind zu Fuß Richtung Altstadt geschlendert. Nachdem wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten, waren wir super lecker vegan brunchen (mehr dazu weiter unten) und sind dann gegen 14 Uhr mit dem Zug vom Hauptbahnhof Garibaldi nach Pompeji gefahren. Die Fahrt dauert ca. 35 Minuten.

Die Eintrittskarten für Pompeji hat mein Mann bereits ein paar Tage vor der Reise über Vivaticket.com organsiert und haben 20 Euro pro Person gekostet. Um die Tourimassen einigermaßen zu kontrollieren, sind die Tickets für bestimmte (sehr großzügige) Timeslots. Wir hatten ab 13 Uhr Einlass.

Obwohl ich normalerweise kaum Interesse für Archäologie aufbringen kann, muss ich zugeben, dass mich Pompeji schwer beeindruckt und begeistert hat – und ich es als HSP trotz der Touristenmassen wirklich großartig fand. Wir sind etwa 3,5 Stunden herumgeirrt – äh, herumgeschlendert. 😉

Tipp: Nimm dir unbedingt einen ausgedruckten Übersichtsplan zur besseren Orientierung mit!

Du kannst natürlich auch deutlich mehr Zeit dort verbringen. Das Areal ist wirklich riesig. Wir haben uns jedoch hauptsächlich auf die Hauptattraktionen (darunter das Bordell, die Therme und das Amphitheater) fokussiert und aufgrund der Tourimassen mussten wir ohnehin bei einigen Attraktionen auch etwas anstehen bzw. warten, auch bis wir Fotos machen konnten.

Inklusive Hin- und Rückfahrt (es dauert immer alles ein bisschen länger als geplant in Neapel ;-)), waren wir dann erst gegen 19 Uhr wieder retour in Neapel und erst gegen 20 Uhr beim Abendessen (für die Einheimischen früh, für uns seeehr spät :D).

Tipp (nicht nur) für HSP: Wenn du es weniger touristisch magst, wirst du dich in Herculaneum deutlich wohler fühlen. 😉

Tag 2: Vesuv und Herculaneum

Für den zweiten Tag standen ein Ausflug zum Vesuv und nach Herculaneum an.

Tag 2 (Part I): Ausflug zum Vesuv

Da eine Vulkanbesichtigung bereits seit Jahren auf meiner Bucket List stand, war ich entsprechend aufgeregt. Ich hatte zwar bereits vorab gehört, dass der Vesuv nicht so spannend sein soll, vor allem im Vergleich zu anderen Vulkanen, aber da ich ja noch nie auf einem war, hatte ich jetzt keine so großen Erwartungen. 🙂

Auch die Vesuv-Tickets haben wir bereits vor der Reise online über Vesuvio Express besorgt. Der Bus hat uns in der Nähe vom Hauptbahhof Garibaldi eingesammelt und direkt auf etwa 1.000 Höhenmeter chauffiert. Ab dort ging es dann für alle nur noch zu Fuß weiter. Es sind allerdings nur noch etwa 200 Höhenmeter zu Fuß und der Weg ist sehr einfach und gut begehbar. Ich hatte normale Sneaker an und diese waren auch völlig ausreichend. Ich würde allerdings nicht gerade ganz neue oder heikle Schuhe verwenden, da es schon ein bisschen staubig ist. 😉

Man hat insgesamt zwei Stunden Zeit, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach Neapel geht. Das war absolut ausreichend – auch inklusive Fotoshooting. 😀

Man kann den Krater übrigens nicht ganz umrunden, sondern nur etwa bis zur Hälfte.

Bei der Rückfahrt haben wir mitbekommen, dass einige den Ausflug zum Vesuv mit einem anschließenden Ausflug nach Pompeji verbunden haben. Auch das ist natürlich eine Möglichkeit. Uns wurde allerdings vorab davon abgeraten, aber rückblickend wäre es sich für uns auch so ausgegangen, da wir ja keinen ganzen Tag in Pompeji verbracht haben. 😉

Tag 2 (Part II): Ausflug nach Herculaneum

Nach der Ankunft in Neapel, ging es mit dem Zug weiter nach Ercolano.

Achtung: Nicht alle Züge nach Sorrento bleiben auch in Ercolano stehen. Zur Sicherheit vorab nochmal checken. Ja, ich spreche aus Erfahrung. 😀

Auch bei Herculaneum handelt es sich um eine antike Ausgrabungsstätte, allerdings mit deutlich weniger Andrang als in Pompeji, was wir sehr angenehm empfanden. Außerdem wird die antike Kulisse noch durch den Anblick mehrere Katzen bereichert.

Gut zu wissen: Sowohl in Pompeji als auch in Herculaneum gibt es auch jeweils Führungen.

Ist Pompeji oder Herculaneum empfehlenswerter?

Diese Frage ist nur sehr schwer zu beantworten. Ich finde, die beiden Ausgrabungsstätten ergänzen sich perfekt und ich fand beide auf ihre eigene Art und Weise toll. Wenn du allerdings nur wenig Zeit hast, würde ich Pompeji wählen – obwohl es in Herculaneum deutlich ruhiger und entspannter war. Herculaneum ist auch deutlich kleiner, wir haben nur etwa 1,5 Stunden dort verbracht, während man in Pompeji – je nachdem, wie genau man sich alles ansehen mag – auch gut einen ganzen Tag verbringen könnte.

Tag 3: Tagesausflug mit der Fähre nach Positano (Amalfiküste)

Für den dritten Tag standen ein Ausflug auf die Insel Procida oder an die Amalfiküste, genauer gesagt nach Positano, zur Debatte. Die Wahl fiel schlussendlich auf Positano.

Wir haben die Tickets spontan am Vorabend online über openferry gekauft – einerseits, um sicher einen Platz zu bekommen und andererseits, um zusätzlichen Stress vor Ort mit dem Ticketkauf zu vermeiden (was sich als sehr gute Entcheidung herausgestellt hat).

Die Fähre von Neapel nach Positano hat 146 Euro für 2 Personen hin und retour gekostet. Die Überfahrt dauert ca. 1,5 Stunden (pro Richtung). Wir haben die Fähre um 10:45 Uhr hin und um 16:24 retour genommen, was absolut ausreichend für uns war.

ACHTUNG: Die Angabe des Fährhafens auf Google Maps hat leider nicht gestimmt! Der Fährhafen ist riesig und der Abfahrtsort hängt vom gebuchten Anbieter und der Destination ab. Unsere Linie, Positano Jet, fuhr vom Molo Beverello ab (in der Nähe von der U-Bahn-Station Municipio). Zum Glück hatten wir ausreichend Puffer eingeplant, sodass wir trotz der Verspätung gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt gekommen sind.

Tipp: Plane IMMER etwas mehr Zeit in Neapel ein! Egal, was auf Google Maps steht. :’D

Ich werde ja leider sehr leicht seekrank und war daher etwas besorgt, da ich meine Reisetabletten zuhause vergessen hatte. Zum Glück völlig unbegründet, wie sich herausstellte. 🙂

In Positano angekommen, wimmelte es bereits nur so vor Menschen. Es kam auch gefühlt alle paar Minuten ein neues Schiff mit einer Ladung Menschen an. Keine Ahnung, ob es dort immer so extrem überlaufen ist. Wir hatten jedenfalls scheinbar besonderes Pech, da es sich um das erste Mai-Wochenende handelte und auch die Italiener:innen frei hatten. Wir wurden teilweise echt durch die engen Gassen geschoben – von genussvollem Schlendern weit entfernt, was wirklich schade ist, denn der Ort selbst sieht wunderschön aus.

Zumindest habe ich dann ein (!) Lokal mit etwas Veganem und einer Mini-Terrasse mit schöner Aussicht gefunden. Ich habe dann einen überteuerten Tofusalat um 14 Euro (ohne Gebäck!), der leider nicht mal gewürzt war, gegessen.

Es ist generell alles extrem überteuert (ein stinknormales Sommerkleid mit Zitronen darauf kostet beispielsweise 155 Euro 😱). Also alles sehr posh. Das ist halt so gar nicht unsere Welt.

Geheimtipp: Wir sind dann links die Stufen rauf und immer weiter nach oben, bis wir bei einer Straße rauskamen. Dort fuhren zwar Autos, aber zumindest waren dort viel weniger Menschen unterwegs. Und: Man hatte eine wunderschöne Aussicht.

FOTOS POSITANO

Rückblickend würde ich dennoch wahrscheinlich den Ausflug nach Procida stattdessen wählen. Die Amalfiküste ist scheinbar echt nur in der Nebensaison, also etwa von November bis Februar / März, zu empfehlen.

Tag 4: Stadtbesichtigung Neapel – Vomero, Castel Sant’Elmo und Altstadt

Die beste Aussicht über Neapel hast du eindeutig vom Castel Sant’Elmo.

Beim Schlendern durch die Altstadt habe ich außerdem einen super sympathischen und talentierten italienischen Künstler kennengelernt. Du findest ihn auf Instagram unter @oldlabprints.

Vegan essen in Neapel

Neapel bzw. die italienische Küche ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, viel Veganes zu beinhalten. Dennoch habe ich einige sehr tolle Lokale entdeckt, die ich gerne mir dir teilen möchte.

Vegan frühstücken und brunchen in der Zero Healthy Bar

Vegane Restaurants in Neapel

Pizza Napoli – aber vegan

Wenn man in Neapel ist, muss man natürlich eine Pizza essen. Eine sehr große vegane Auswahl findest du im Ristorante Vito Pitagorico.

Auch bei dem nächsten Lokaltipp handelt es sich um ein rein vegetarisches Restaurant mit vielen veganen Optionen. Das Un Sorriso Integrale Amico Bio befindet sich mitten in der Altstadt, nur wenige Gehminuten vom Piazza Dante entfernt. Ich habe dort einen super leckeren Seitan-Eintopf gegessen. Außerdem waren fast ausschließlich Einheimische dort und generell war das Lokal fast komplett voll – also ein gutes Zeichen. 😉

Vegan unterwegs in Neapel

Im Stadtviertel Vomero (unweit von der Seilbahnstation Morghen) gibt es eine Oakberry-Filiale. Hab mir dort eine vegane Açai-Bowl to go geholt.

Dieser Koro-Riegel, den ich zufällig bei einem Kiosk bei einer U-Bahn-Station entdeckt habe, hat mir meinen Ausflug nach Ercolano gerettet, denn hangry mit mir unterwegs zu sein wünsche ich nicht mal meinem Erzfeind. 😛

Vegan einkaufen im Supermarkt

In den kleinen Kiosken, die man an fast jeder Ecke in Neapel findet und die immer geöffnet haben, habe ich leider keine veganen Lebensmittel gefunden (außer Obst und Gemüse). Für einen veganen Einkauf empfehle ich dir daher die große Supermarkt-Kette Sole365. Dort gibt es viele vegane Produkte (u.a auch bekannte Marken wie alpro ;-)).

Öffis in Neapel

Abb. 1: Ein Mal, als wir gerade Tickets kaufen wollten, kam eine fremde Frau 2 auf uns zu und hat uns 2 Tagestickets geschenkt, die sie nicht mehr brauchte. Wie nett ist das bitte?

Die Öffis in Neapel sind recht günstig. Eine Einzelfahrt kostet zwischen 1,30 und 1,50 Euro. Wir haben uns daher gegen ein Mehrtagesticket entschieden, da wir vorab auch nicht einschätzen konnten, wie viel wir wirklich fahren werden.

Besonders praktisch fand ich das moderne „Tap & Go“-System bei den Öffis. Du kannst in Neapel mittels Bankomatkarte mit den Öffis fahren, indem du ganz einfach zum Durchgehen bei den Schranken deine Karte jeweils auf ein Kästchen mit dem Namen „Tap in“ hinhältst. Beim Ausgang „Tap out“ nicht vergessen! Angeblich wird dabei jeweils auch der günstigste Tarif berechnet.

Dieses System gilt auch für die Züge (Treni) nach Pompeji, Herculaneum und Sorrento sowie die Standseilbahn (Funicolare) in Neapel. Natürlich kannst du alternativ deine Biglietti auch jeweils beim Automaten kaufen. Besonders wenn eine lange Schlange beim Automaten war, wie beispielsweise in Pompeji, fanden wir die Tap-in-Funktion jedoch super praktisch und viel schneller. 🙂

Zuerst waren wir ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch (ist das auch „sicher“ und eh keine Abzocke?), aber am Ende wollte ich gar nicht mehr anders fahren. 😀

Fazit: Lohnt sich ein (verlängertes) Wochenende in Neapel?

Ich war echt extrem positiv überrascht von Neapel. Obwohl Neapel keine ruhige Stadt ist, habe ich mich als HSP dort auf Anhieb super wohl gefühlt und es richtig genossen (muss wohl mein High-Sensation-Seeker-Anteil sein, der Neapel einfach nur liebt! :D).

Ich finde auch, dass Neapel eine der am meisten unterschätzten Städte in Europa ist und Neapel hat mir wirklich um Welten besser gefallen als so gehypte Städte wie Berlin, Barcelona oder Lissabon. Vielleicht ist es auch einfach die Offenheit und Herzlichkeit der Italiener:innen, die mein Herz erobert haben. Jedenfalls mag ich den Flair der Stadt und es herrscht einfach eine tolle Atmosphäre.

Es war bestimmt nicht unser letztes Mal in dieser großartigen Stadt! Absolute Empfehlung! Wobei ein Wochenende fast zu kurz ist. Man hält es absolut länger dort aus! Vor allem, wenn man auch noch die Umgebung und eine der Inseln (z.B. Procida) besichtigen möchte.

Und nun bin ich gespannt: Warst du schon mal in Neapel und wenn ja, wie hat dir die Stadt gefallen? Oder hast du noch ergänzende Tipps? Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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