Tagesausflug zum Stift Melk

Nur circa eine Autostunde von Wien entfernt befindet sich das Benediktinerkloster Stift Melk. Gemeinsam mit der Wachau gehört es zum UNESCO-Welterbe.

Was es hier alles zu erleben und entdecken gibt, habe ich hier für euch zusammengefasst.

Bereits der Weg vom Parkplatz zum Stift Melk bietet wunderschöne Fotomotive.

Blick auf das Stift vom Parkplatz aus
Die 64 Meter hohe Kirchenkuppel ist bereits von weitem zu sehen.

Der Weg über die Treppe

Wir haben richtiges Glück mit dem Wetter, denn der Herbst zeigt sich nochmal von seiner schönsten Seite.

Das Stift

das-stift-melk.png
Das Stift Melk mit der Kirchturmkuppel im Hintergrund

Im linken Trakt ist das Stiftsmuseum, von dem ich gleich mehr berichten werde, untergebracht. Rechts befindet sich das Stiftsgymnasium, eine der ältesten Schulen im deutschen Sprachraum. Weitere Besichtigungspunkte der Führung sind der Marmorsaal, die Stiftbibliothek und die Stiftskirche, dazu etwas später mehr.

Wir entscheiden uns für eine geführte Besichtigung. Da wir unter der Woche hier sind, hält sich der Andrang in Grenzen. Die Führung beginnt im größten der insgesamt 7 Innenhöfe, dem Prälatenhof.

Der Prälatenhof
Der Prälatenhof

An den Zentralgiebeln befinden sich moderne Darstellungen der vier Kardinaltugenden Temperantia (Mäßigung), Sapientia (Weisheit), Fortitudo (Tapferkeit) und Iustitia (Gerechtigkeit). Diese wurden 1988 von dem österreichischen Maler Peter Bischof angefertigt.

 

Der Weg zum Museum führt über die Kaiserstiege.

die-kaiserstiege.jpg
Die Kaiserstiege

Da das Fotografieren in den Innenräumen hier leider gänzlich verboten ist, muss ich für visuelle Eindrücke der folgenden Beschreibungen auf die Homepage des Stifts verweisen.

Das neue Stiftsmuseum

Betritt man das Museum, befindet man sich in einem 196 Meter langen Gang, die Länge entspricht fast der gesamten Südfront des Hauses. An den Wänden dieses Ganges sind Porträtgemälde aller österreichischen Herrscher der Häuser Babenberg und Habsburg mit Kurzbiografien angebracht. Gleich gegenüber des Eingangs werden wir von Maria Theresia und ihrem Gatten, die 1753 das Stift Melk besucht haben, begrüßt.

Das Museum ist in den ehemaligen Kaiserzimmern untergebracht und äußerst modern gestaltet. Jeder der insgesamt 11 Räume ist einem bestimmten Thema gewidmet. Durch die abwechslungsreiche Gestaltung wirkt die Ausstellung sehr lebendig. Der erste Raum beschäftigt sich beispielsweise mit dem Namensgeber des Klosters, dem Heiligen Benedikt. Seine Regel „Höre!“ begleitet durchs Museum.

Im zweiten Raum werden Heiligtümer und Kunstschätze ausgestellt, das älteste darunter ist das Tragaltärchen Swanhildes aus dem 11. Jahrhundert. Das kostbarste Heiligtum des Stiftes ist das Melker Kreuz. Dieses wird allerdings nur ganz selten ausgestellt, auch wir lernen den aus Gold und Edelsteinen bestehende Schatz nur in Form einer Videoprojektion kennen.

Passend zum Thema des nächsten Raumes, das „Das Auf und Ab der Geschichte lautet“, betreten wir einen gewellten Boden. Hier geht es um Reformation und Gegenreformation. In einer der Ecken kann man zudem einen wunderschönen Kachelofen bestaunen.

Besonders interessant fand ich den Raum über den Josephinismus (Raum 7). Dort ist unter anderem ein Klappsarg ausgestellt.

Nach den Kaiserzimmern ging es in den Marmorsaal.

Der Marmorsaal

Der Marmorsaal von außen
Hinter diesen Wänden verbirgt sich der Marmorsaal.

Der prunkvolle Marmorsaal diente als Speisesaal für das Kaiserhaus und andere vornehme Gäste sowie als Festsaal. Das Deckenfresko von Paul Troger (1731) zeigt die griechische Göttin Pallas Athene, die unter anderem für Weisheit steht.

Die Altane

Vom Marmorsaal aus führt der Weg über eine große Terrasse, die Altane, zur Bibliothek. Von der Altane aus hat man einen großartigen Blick auf die barocke Fassade und die beiden Kirchtürme.

Die zwei Kirchtürme
Blick auf die Kirchtürme

Traumhaft ist zudem die Aussicht auf die Donau, die Wachaulandschaft sowie auf die Stadt Melk.

Blick auf die Donau
Blick auf die Donau

Herbststimmung im Stift Melk

Blick von der Altane auf die Stadt Melk
Blick von der Altane auf die Stadt Melk

Die Stiftsbibliothek

Das absolute Highlight war für mich die Besichtigung der Stiftsbibliothek. Der barocke Bibliothekssaal zeigt eine Fülle an einheitlich in Leder gebundenen Büchern, allesamt mit Gold verziert. Wirklich ein atemberaubend toller Anblick! Ein harmonisches Farbenspiel, das sich perfekt in die Architektur des Raumes einfügt. Etwa 12.000 Bücher befinden sich hier im Hauptsaal, erklärt uns die Führerin. Die Figuren an den beiden Türen stehen für die vier Fakultäten Theologie, Philosophie, Jurisprudenz und Medizin und geben gleichzeitig die Systematik an, nach der die Bücher hier angeordnet sind.

Die Stiftsbibliothek von außen
Hinter dieser schönen Fassade befindet sich die Stiftsbibliothek.

Die Stiftskirche

Während unsere Museumsführerin die Stiftskirche als krönenden Abschluss anpreist, habe ich mein persönliches Highlight längst gekürt: die Stiftsbibliothek.

Die Stiftskirche ist das Wahrzeichen der Stadt Melk und der Wachau und gilt als eine der schönsten Barockkirchen Österreichs.

Die Stiftskirche.jpg

Tipp: Wer möchte, kann nach der Führung alles in Ruhe nochmal auf eigene Faust erkunden.

Kolomanihof

Den eigentlichen Abschluss bildet der Kolomanihof vor der Kirche, der sich als schönes Fotomotiv erweist.

Der Kolomanihof

Tipp: Wer auch den Stiftspark besichtigen möchte, sollte zwischen 1. Mai und 31. Oktober anreisen.

Fazit: Ein Ausflug ins Stift Melk lohnt sich auf jeden Fall. Es gibt hier unglaublich viel zu entdecken.


Praktische Infos:

Adresse: Abt-Berthold-Dietmayr-Straße 1, 3390 Melk

Eintrittspreise für Erwachsene:
11 € (ohne Führung)
13 € (mit Führung)

Die Führungen dauern jeweils eine Stunde und werden in 12 Sprachen angeboten. Auch die Museumstafeln sind teilweise in vier Sprachen angebracht (Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch).

Kostenfreie Parkplätze verfügbar.

Weitere Infos: www.stiftmelk.at

Hier kannst du einen Informationsfolder herunterladen.


Dieser Beitrag hat an der Blogparade #sonntagsglück von Soulsister meets friends teilgenommen.

 

 

9 Kommentare zu „Tagesausflug zum Stift Melk

  1. Hallo Julie,
    Das Stift Melk kenne ich auch noch nicht – dabei möchte ich da schon lange hin, am besten zur Erntezeit der Marillen, die ich irgendwie auch sofort mti der Wachau verbinde. Im Sommer schaffe ich es aber irgendwie nie…
    Im Herbst, wie auf Deinen Fotos, sieht es aber auch wunderschön aus. Vielleicht merke ich mir das Stift doch einmal für nächstes Jahr vor. Danke für den Tipp und die wunderschönen Fotos!
    LG Barbara

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank! Nein, gar nicht. Wir hatten es schon ewig vor und nun endlich geschafft. 😀 Da wir aber auch gerne den Stiftspark sehen möchten, werden wir zw. Mai und Oktober wiederkommen. 🙂
      Liebe Grüße
      Julie

      Gefällt mir

    1. Ja, das ging mir jahrelang genauso. 😀 Habe das Stift auch bis vor kurzem immer nur von der Autobahn aus gesehen. 😀 Schön, dass dich mein Beitrag motiviert hat. Das freut mich wirklich sehr! 🙂

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