Interview: Mauritius – Sommerurlaub im Winter

Heute berichte ich euch von Mauritius. Allerdings in einem neuen Format. Ich bin nämlich nicht selbst dort gewesen, sondern habe mir davon erzählen lassen. Dabei habe ich meine InterviewpartnerInnen Markus* und Anna* mit Fragen gelöchert, die sie dankenswerterweise alle beantwortet haben. Ich habe wirklich spannende Einblicke gewonnen, die ich nun gerne mit euch teilen möchte. Also Interview ab. 🙂

  1. Ihr seid gerade frisch aus Mauritius zurück – was ist das erste, das euch zu eurem Urlaub einfällt?

Anna: Die Riesenschildkröten. (lacht)

Markus: Die Sonnenuntergänge – warte, ich zeige dir gleich ein Foto.

(Aus einem Foto wurden dann mehrere …)

Sonnenuntergang auf Mauritus

watching the sunset

Abendstimmung in Mauritius

Impression vom Sonnenuntergang_Mauritius

2. Wow, wirklich wunderschön! Ich hab ja sowieso ein Faible für Sonnenuntergangsfotos … Die Fotos bringen mich gleich zu meiner zweiten Frage: Wo genau auf Mauritius wart ihr eigentlich und wie würdet ihr die Insel jemandem beschreiben, der sie nicht kennt?

A: Unser Hotel war in Balaclava an der Westküste, ca. 20 Autominuten von der Hauptstadt Port Louis entfernt. Von dort aus haben wir Tagesausflüge unternommen.

M: Mauritius liegt im Indischen Ozean, östlich von Madagaskar und ist in etwa so groß wie Vorarlberg. Man braucht also nur circa zwei Stunden vom Norden bis in den Süden.

Balaclava Mauritius

3. Welche Tagesausflüge habt ihr gemacht bzw. was kann man auf Mauritius unternehmen?

A: Wir waren unter anderem im botanischen Garten in Pamplemousses und haben einen Vulkankrater besichtigt – Mauritius ist ja eine Vulkaninsel. Es gibt außerdem sehr viel Natur und eignet sich daher gut zum Wandern. Inmitten des riesigen Naturschutzgebietes gibt es den Grand Bassin, einen „indischen See“ – angeblich die größte hinduistische Pilgerstätte außerhalb Indiens. Auch die kleineren Nachbarinseln kann man besichtigen.

M: Eine weitere Touristenattraktion ist die bunte Erde. Es handelt sich dabei um ein Naturphänomen. Verantwortlich für das Farbspektakel sind eine hohe Konzentration an Eisen und Aluminium. Leider haben wir es dort aber nicht mehr hingeschafft.

A: Wer sich gerne ins Nachtleben stürzt, wird in Port Louis oder Grand Baie fündig.

M: Und in Gris Gris, am südlichsten Punkt der Insel waren wir auch.

Panoramaaufnahme von Gris Gris

Gris Gris_Mauritius südlichste Spitze

 

4. Und was kann man bei Schlechtwetter machen?

M: Also richtiges Schlechtwetter hatten wir Gott sei Dank nicht, es war nur öfters mal bewölkt, aber nicht kalt. Es hatte dennoch immer so circa 25 Grad.

A: Es gibt einige Museen, hauptsächlich Zuckerrohrmuseen. Wir waren auch in einem. L’aventure du sucre hat das geheißen und dort erfährt man wirklich ALLES über Zuckerrohr. Das Museum ist vergleichbar mit dem technischen Museum in Wien – nur, dass sich dort halt alles um Zuckerrohr dreht. Wirklich riesig und auch für Kinder geeignet.

M: Apropos Wetter: Das hier war unsere Wetterstation:

coconut-wetterstation.jpg
Wetterstation

A: Außerdem gibt es mehrere Modellschiffmuseen. Wir haben auch eines besichtigt und wurden dort sehr herzlich empfangen und erhielten eine kostenlose Führung mit tollen Eindrücken.

 

5. Thema Vorbereitung: Wie habt ihr euch auf den Urlaub vorbereitet (Stichwort: Visum, Impfungen etc.)?

A: Man braucht weder ein Visum noch spezielle Impfungen. Die Insel ist malariafrei und es gibt kein Gelbfieber oder Ähnliches. Im Gegensatz zu vielen anderen Fernreisen kann man also nach Mauritius ohne größere Vorbereitungen fliegen.

M: Außerdem gibt es keine Schlangen – auch nicht auf Snake Island. (Anm.: Snake Island ist eine Nachbarinsel, die zu Mauritius gehört.)

A: Stimmt, Schlangen gibt es nur auf Round Island, aber da waren wir nicht.

 

4. Apropos Fliegen: Wie lange fliegt man nach Mauritius und gibt es einen Direktflug oder muss man umsteigen?

A: Von Wien aus erreicht man Mauritius in circa 10 Stunden. Wir hatten einen Direktflug. Die AUA bietet im Winter Direktflüge von Wien aus an.

 

5. Was macht Mauritius so besonders?

A: Mich haben vor allem die offene Kultur und die offenen Menschen fasziniert. Hier findet man Moscheen, indische Tempel und Kirchen nebeneinander und – es ist komplett egal. Das stört hier niemanden. Das war einfach sehr erfrischend und schön.

 

6. Das heißt, Mauritius ist sehr multikulturell.

A: Ja, genau. Man findet hier europäische, indische und afrikanische Einflüsse. Von den Briten haben sie beispielsweise den Linksverkehr und die Teestunde. Um drei Uhr machen hier so ziemlich alle – außer die Taxifahrer – Teepause, auch in den Fabriken.

M: Spannend ist zudem, dass es keine Ureinwohner gibt, da Mauritius vor der Kolonialisierung unbewohnt war und nur gelegentlich Seefahrer vorbeikamen. Es gibt also Frankomauritier, Indomauritier et cetera.

 

7. Kommt man mit Englisch gut durch?

A: Ja, absolut. Das Französische ist zwar allgegenwärtig, aber auch Englisch wird fast überall verstanden. Sogar Deutsch konnten einige.

 

8. Wie sieht es kulinarisch aus? Gibt es irgendwelche Spezialitäten?

A: Auch kulinarisch herrscht eine Mischung vor. Es gib kreolische Küche, französische und asiatische – allen voran indische; sehr viel Fisch und sehr viel Gemüse. Die indischen Gerichte sind halt recht scharf, aber auch VegetarierInnen werden hier fündig.

M: Auffallend war, dass es nicht viele Früchte gibt. Also im Hotel natürlich schon, aber ich meine jetzt exotische heimische Früchte.

 

8. Apropos Hotel: In welchem Hotel wart ihr und würdet ihr es empfehlen? 

A: Wir waren im InterContinental Mauritius Resort und wirklich sehr zufrieden. Es befindet sich etwas vom Schuss, aber das war von uns bewusst so gewählt, und es war daher sehr ruhig. Ich würde es absolut weiterempfehlen.

Hotel Intercontinental Mauritius Resort in Balaclava
Hotel Intercontinental Mauritius Resort in Balaclava

 

9. Etwas ganz Anderes: Wie habt ihr euch eigentlich fortbewegt? Ich nehme an, ihr hattet ein Mietauto, oder?

A: Nein, auf Mauritius ist es üblich, sich ein „Miet-Taxi“ zu nehmen. Das heißt, man mietet sich einfach ein Taxi für den ganzen Tag, der Fahrer bringt einen überall hin und wartet auf einen, während man vor Ort auf Besichtigungstour geht. So ein Miet-Taxi kostet circa 100 Euro pro Tag – je nachdem, wo man das Taxi bestellt und ob man verhandelt oder nicht. Man kann es sicher auch billiger kriegen. Wir wollten halt auf Nummer sicher gehen – es war immerhin unsere Hochzeitsreise – und haben es über unseren Reiseveranstalter gebucht.

M: Man kann auch Taxifahrer buchen, die gleichzeitig Reiseführer sind. Diese steigen dann mit dir aus und geben dann jeweils vor Ort Führungen. Das kostet halt noch ein bisschen mehr. Das Praktische dabei ist, dass man so in Kontakt mit Einheimischen kommt und man sich von den Taxifahrern auch Tipps holen kann. Uns wurde beispielsweise empfohlen nicht zu dem berühmten Wasserfall zu fahren bzw. zu gehen, da man dort sehr leicht überfallen wird.

A: Interessant ist auch, dass angeblich die meisten Unfälle mit Mietautos passieren. Das liegt zum Einen daran, dass die Straßen teilweise in miesen Zuständen und schlecht markiert sind und zum anderen am Fahrstil der Einheimischen, der ziemlich wild ist. Und dann kommt erschwerend natürlich noch der Linksverkehr hinzu, wenn man ihn nicht gewohnt ist.

 

10. Mauritius ist ja angeblich auch ein Tauch- und Schnorchelparadies. Wart ihr auch tauchen und/oder schnorcheln?

A: Ja, wir sind geschnorchelt und haben auch ein paar Unterwasserfotos gemacht.

Tauch- und Schnorchelparadies Mauritius

Unterwasserwelt Mauritius

Ein Seestern_Mauritius
Seestern
Luftblasen beim Schnorcheln
Luftblasen beim Schnorcheln

 

11. Kommen wir nun auf die zu Beginn erwähnte Riesenschildkröte zurück. Was hat es mit der auf sich?

A: (lacht) Wir haben Riesenschildkröten gesehen und gefüttert und zwar im La Vanille Crocodile Park. Diese haben es uns besonders angetan.

 

12. Das bringt mich zur nächsten Frage: Was waren eure absoluten Highlights? Was sollte man unbedingt machen, wenn man auf Mauritius ist?

A: Also mein persönliches Highlight war eben der La Vanille Crocodile Park. Einerseits wegen der Schildkröten und Schildkrötenfütterung, andererseits wegen der unberührten Natur dort.

M: Und der botanische Garten. Der war auch echt schön.

A: Stimmt. Und generell die Ruhe und Entspannung. Die wenigen Leute beziehungsweise haben sich die Leute echt gut verteilt. Es kam einem nicht touristisch vor.

 

13. Würdet ihr Mauritius weiterempfehlen und wenn ja, wem?

A: Auf jeden Fall! Mauritius empfiehlt sich für alle, die gerne Luxusstrandurlaub mit Ausflügen kombinieren wollen und die gerne in unserem Winter verreisen, denn dann ist dort Sommer.

M: Ich finde es ist ein perfektes Flitterwochen-Reiseziel.

 

14. Habt ihr noch einen besonderen Tipp zum Schluss?

A: Mir persönlich gefällt die Westküste besser als die Ostküste.

M: Unbedingt Badeschuhe mitnehmen! Der Sand ist sehr ähnlich zu dem auf den Malediven und besteht aus abgetragenen Korallenresten. Das kann also schon unangenehm werden. Außerdem gibt es Seeigel.

A: Gelsenspray kann auch nicht schaden.

 

Vielen herzlichen Dank für diese tollen Einblicke und dass ihr euch Zeit für dieses Interview genommen habt!

 


Du warst auch schon auf Mauritius? Dann lass uns doch an deinen Eindrücken teilhaben! 🙂


Wenn dir dieses Interview gefallen hat, dann lass es mich mit einem Like, einem Kommentar oder indem du diesen Beitrag teilst, wissen. Das ist die beste Form der Unterstützung, die du mir geben kannst.


* Namen wurden auf Wunsch der InterviewpartnerInnen geändert.


Alle Fotos dieses Beitrags wurden mir von Markus und Anna zur Verfügung gestellt.

 

11 Kommentare zu „Interview: Mauritius – Sommerurlaub im Winter

  1. Haha ich habe „Riesenschildkröten“ gelesen und wollte schon hin 😂

    Klingt als wäre Mauritius definitiv eine Reise wert, ich finde natürlich die Bilder sehr beeindruckend, aber auch toll, dass es auch Möglichkeiten zur Beschäftigung gibt, wenn es einmal regnet (Museen) und offenbar kann man sich auch mal ins Nachtleben stürzen, wenn einem danach ist.

    Sehr gut ausgewählte Fragen, sie beantworten alles, was man vor einer Reise wissen muss und machen einfach nur Lust auf Mauritius ☺️

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcatssite.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

    1. Haha. Ich liebe Riesenschildkröten auch. ❤
      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Das freut mich wirklich sehr!
      Ich war auch echt überrascht, was Mauritius alles zu bieten hat.
      Und auch, wenn das Interview-Format etwas aufwändiger ist, hat es echt Spaß gemacht und ich bin am Überlegen, diese Kategorie auszubauen. 🙂
      Liebe Grüße
      Julie

      Gefällt mir

  2. Wow, ich würde am liebsten gleich buchen! Ich denke, es könnte mir auf Mauritius sehr gut gefallen, da irgendwie alles genannt wurde, was mir Spaß macht 🙂 Vor allem bei Zuckerrohr denk ich gleich mal an Rum 😉
    Ich habe vor kurzem auch einen jungen Mann aus Mauritius kennen gelernt und er hat mir von seiner Heimat vorgeschwärmt. Jetzt denke ich, er hatte Recht! Lg Barbara

    Gefällt 1 Person

  3. Hey meine Liebe!
    Ein toller Artikel in Form, eines Interviews! Gefällt mir super! Mauritius war immer einer meiner Favoritenziele… leider habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft. Ich sitze einfach nicht so gerne sooo lange im Flieger! 😉

    Tolle Bilder, bei den Sonnenuntergängen hatte ich Gänsehaut!

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank für deine netten Worte! Es freut mich sehr, dass dir das Interview so gut gefallen hat. Es hat auch richtig Spaß gemacht und ich hoffe, bald wieder ein Interview online stellen zu können. 🙂
      Zu Mauritius: Da geht es mir ganz ähnlich wie dir. Ich scheue mich auch vor Langstreckenflügen. Natürlich hängt das bei mir vor allem mit meiner Flugangst zusammen, aber auch sonst würde ich mich nicht drum reißen, denke ich.
      Liebe Grüße
      Julie

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