Mut zur Imperfektion

Heute wird’s persönlich …

Schon lange begleitet mich das Thema Perfektionismus. Im Zuge einer aktuellen Blogparade von Katy stehe ich nun Rede und Antwort.

1. Wann und wie hast du bemerkt, dass du dich zu sehr unter Druck setzt, um immer perfekt zu sein?

Gerade das Bloggen und die sozialen Medien haben mich wieder für dieses Thema sensibilisiert. Zwischen all den perfekten Fotos, perfekten Urlauben und perfekten Körpern kommen schnell alte Muster und Denkweisen wieder hoch. Ich muss nun echt einen Fotokurs besuchen, damit meine Fotos schöner werden! Und mich mit Google Analytics beschäftigen, sonst wird das nie was! Und am besten alles noch heute und gleichzeitig.

2. Wo genau möchtest du perfekt sein? Beim Job/Sport/Hobby/in der Freundschaft oder in der Rolle als Mutter/Ehefrau etc.?

Ich ertappe mich immer wieder dabei, in allem perfekt sein zu wollen. Aber dann stoße ich an meine Grenzen (was sich z.B. durch Krankheiten oder Schlafstörungen äußert) und diese rütteln mich dann wieder wach.

Okay, beim Sport bin ich nicht sonderlich ambitioniert.

3. Welche Ratschläge hast du, um erst mal selbst festzustellen, dass es ok ist, nicht immer perfekt zu sein?

Wenn ich merke, dass die Perfektionistin in mir wieder das Ruder übernehmen will, helfen mir vor allem folgende Mantren und Tipps:

  1. Perfektion ist eine Illusion. Niemand ist perfekt.
  2. Ständiges Perfektionieren und Vergleichen macht krank und unglücklich – und wer will das schon sein?
  3. Immer wieder bekomme ich von Menschen in meiner Umgebung zu hören, dass sie mich gerade wegen meiner kleinen Schwächen liebenswert finden und diese mich eben menschlich machen.
  4. Ich erwarte doch auch von anderen nicht, dass sie perfekt sind – wieso also von mir?

4. Was hat dir geholfen, zu akzeptieren, dass es nicht möglich ist, überall perfekt zu sein?

Selbstachtsamkeit und Selbstliebe. Und: Mein Mann. Er erinnert mich immer wieder daran, dass ständiges Vergleichen unglücklich macht und ich, so wie ich bin, ein wunderbarer Mensch bin.

Kurz: Love is the answer. 😉

5. Wann war bei dir der Zeitpunkt gekommen, als du anfingst, den Perfektionismus loszulassen? Was waren die Auslöser?

Das war 2009, als meine Schlafstörungen mich gezwungen haben, eine Pause einzulegen.

Auch heute noch ist der Schlaf mein Warnsignal. Sobald ich merke, dass ich wieder Probleme beim Einschlafen habe, weiß ich, dass es höchste Zeit ist, meinen Lebensstil mal wieder kritisch zu hinterfragen.

6. Fiel es dir schwer oder leicht?

Anfangs wohl eher leicht. Es war ein unglaublich befreiendes Gefühl, nichts mehr leisten zu müssen. Relativ schnell bin ich dann allerdings wieder in der gewohnten Leistungsgesellschaft angekommen und dort ist „Faulheit“ nun mal gar nicht in. Sprich: Ich empfinde es auch heute teilweise noch als (Rechtfertigungs-)Kampf.

7. Was machst du heute anders? 

Ich achte mehr auf mich und meine Grenzen und weniger darauf, was andere denken. Ich kann heute auch problemlos dazu stehen, dass ich aus gesundheitlichen Gründen 1 Jahr länger studiert habe.

8. Wie ergeht es dir jetzt?

Auch heute noch gibt es Rückschläge. Das Wichtige aber ist, sich dessen bewusst zu sein und auch Strategien zur Perfektionsbewältigung parat zu haben (siehe Punkt 3).

Mein neues Lebensmotto lautet übrigens: Mut zur Imperfektion!

Lasst mir gerne eure Meinung da! 😉

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