Im Garten des Malers

Ich bin – mal wieder – auf der Suche nach Lektüre. Vieles kenne ich schon, vieles spricht mich nicht an – wonach ich genau suche, weiß ich selbst nicht. Nach einem guten Buch halt. Und dann entdecke ich es. Unverhofft. Linnéa im Garten des Malers. Noch nie davon gehört. Aber schon mal ein ansprechendes Cover.

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Ich lese den Klappentext.

Linnéa fährt nach Paris! Aber nicht wegen des Eiffelturms. Nein, sie besucht mit ihrem Freund, dem Gärtner Blümle, den Garten des Malers Claude Monet. Dort entstanden die einzigartigen Seerosenbilder, die den impressionistischen Künstler weltberühmt gemacht haben. Linnéa erfährt alles über Monets Leben, über seine Familie und lernt nebenbei ein bisschen von Paris kennen.

Paris – Monet – bin überzeugt. Ich mache etwas, das ich normalerweise nie mache: Ich bestelle ein Buch ohne es zu kennen, ohne es vorher auch nur durchgeblättert zu haben. Volles Risiko.

Da ich über die Firma, in der ich arbeite, einige Prozente bekomme, bestelle ich es in der Arbeit. Meine Arbeitskolleginnen grinsen mich an, als sie es sehen. „Nein, ich bin nicht schwanger. Ich kaufe es für mich“, höre ich mich sagen. Der Kopf meiner Arbeitskollegin neigt sich noch ein bisschen schräger und das Grinsen breitet sich aus. „Wirklich“, insistiere ich – schon leicht genervt. Jetzt bin ich in dem Alter, in dem man sich mit der Bestellung eines Kinderbuches verdächtig macht. Seufz.

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Als das Buch endlich ankommt, kann ich es kaum erwarten, es zu lesen.

Bisher kennt Linnéa Monet nur aus Blümles Buch. Doch das soll sich bald ändern. Blümle schlägt nämlich vor, mit ihr nach Paris zu reisen. Gesagt, getan. In Paris angekommen besichtigen sie zunächst das Musée Marmottan, das die weltweit größte Monetsammlung beherbergt. Dort entdeckt Linnéa unter anderem, dass die Seerosen aus der Nähe „klecksig“ sind.

Wer allerdings glaubt, dass es sich hierbei „nur“ um ein Kinderbuch handelt, der irrt.

Durch Monets Garten in Giverny fließt ein Bächlein namens Ru, ein Seitenarm der Epte. An diesem Bächlein machen Linnéa und Blümle ein Picknick –  natürlich mit Baguette und Käse.

picknick

Wie man Giverny richtig ausspricht, ist übrigens hinten im Buch erklärt. 😉

Es ist ein lehrreiches Buch mit viel Liebe zum Detail. Aber selbst wenn ich nichts „gelernt“ hätte, sondern die Welt einfach „nur“ mal wieder mit Kinderaugen entdeckt hätte, wäre die Lektüre nicht minder wertvoll gewesen.

Soll man einen Ort eigentlich ein zweites Mal besichtigen? (Diese Frage wird mich noch länger beschäftigen. ;)) Ja, „wenn es besonders schön ist“, so Blümle. Also beschließen Linnéa und Blümle, Monets Garten einen zweiten Besuch abzustatten. „Diesmal konnten wir manches in Ruhe betrachten, anstatt rumzurennen und alles auf einmal sehen zu wollen.“ Wie recht Linnéa hat.

Linnéa ist übrigens nicht nur ein schwedischer Vorname, sondern auch der Name einer Pflanze: dem Moosglöckchen. Da ich leider kein Foto von einem Moosglöckchen habe, müsst ihr es googeln … oder hier drücken. 😉

Den Schluss verrate ich natürlich nicht, nur, dass er mich zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht hat.

sonnenaufgang

Eines steht nach der Lektüre fest: Bei meinem nächsten Paris-Trip werde ich auf jeden Fall Monets Garten einen Besuch abstatten.

Am Ende des Buches sind noch einige Kunstmuseen und Sehenswürdigkeiten in Paris aufgelistet. Zudem findet man hier weitere Buchtipps über Monet. Ein tabellarischer Lebenslauf von Monet sowie ein Stammbaum der Familien Monet und Hochedé geben Orientierung.

Dieses Buch ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite jeden Cent wert.

Empfehlenswert für: Kinder, frankophile Menschen, Kunstinteressierte, Junggebliebene, Kunstliebhaber, Eltern, kurz: für das innere Kind in jedem von uns ❤

Fazit: Gemeinsam mit der Illustratorin Lena Anderson ist der schwedischen Autorin Christina Björk ein wunderbares, lehrreiches, unterhaltsames, informatives und äußerst liebevoll gestaltetes Buch für Jung und Alt gelungen. Absolute Leseempfehlung!

Trivia: Gestern habe ich mir – zum ersten Mal – den Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen angesehen und ratet mal, was dort am Anfang kurz gezeigt wird? Genau. Der Garten des Malers. ❤

Ein Kommentar zu „Im Garten des Malers

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