Wanderung zu Korsikas höchstem Wasserfall

Nach langem Hin und Her, welchen Wasserfall wir nun besichtigen sollen, fiel die Entscheidung letztendlich auf den wohl berühmtesten und bekanntesten Wasserfall Korsikas: den Piscia Di Ghjaddu (fälschlicherweise oft als „Piscia di Gallo“ (frz. „pisse de coq“, dt. „Hahnenpiss“) bezeichnet; dies entspringt einer Falschübersetzung von „Piscia Di Ghjaddu“, was eigentlich „cascade de sapin“ („Tannenwasserfall“) bedeutet). 

Die Entscheidung war schlussendlich praktischer Natur, da dieser Wasserfall nur ca. 30 Minuten von Porto-Vecchio entfernt ist.

Da die Anfahrt über eine sehr kurvenreiche Straße erfolgt, empfiehlt es sich bei Reisekrankheit vorab eine Tablette zu nehmen.

Am Weg kommt man an dem schönen Stausee L’Ospédale vorbei.

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Le Barrage de L’Ospédale (Stausee)

Von dort sind es noch etwa 3,5 Kilometer bis zum kostenpflichtigen Parkplatz. Dieser befindet sich unübersehbar auf der rechten Seite (von Porto-Vecchio kommend).

Vom Parkplatz aus führt ein sehr gut ausgeschilderter Fußweg (gelbe Wegmarkierung) zunächst durch einen lichten Wald.

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Anschließend durchquert man eine Furt. Keine Sorge: Die Füße bleiben dabei trocken.

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Wenig später gelangt man zu einer Lichtung. Auch hier findet man sogenannte Tafoni (bizarre Felsformationen) vor, zum Beispiel diese hier:

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Je nach Blickwinkel war es für mich eine Schildkröte oder eine Schnecke. Der Fantasie sind hier jedoch keine Grenzen gesetzt. Etwas weiter fanden wir diese hier vor:

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Mit etwas Fantasie kann man auch hier eine Schildkröte erkennen. Es folgt eine ziemlich beeindruckende Berglandschaft mit einem tollen Ausblick bis zum Meer.

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Ein tolles Fotomotiv bietet zudem „Le Rocher Sentinelle„:

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Von hier sind es noch ca. 20 Minuten bis zum Wasserfall.

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Ab diesem Schild (mit der Aufschrift „La Cascade de Piscia di Ghjaddu“) beginnt der abenteuerliche Abstieg, wobei der erste Teil noch mit einem Seil abgesichert ist.

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Meines Erachtens ist es ab hier etwas gewagt mit Kindern, wir haben allerdings einige Familien (hauptsächlich Franzosen) mit Kindern gesehen. Es scheint, dass die Franzosen ihren Kindern mehr zutrauen als die Österreicher.

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La Cascade de Piscia di Ghjaddu

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In diesem Becken kann man theoretisch schwimmen, wir haben auch vereinzelt Leute gesehen, die das gemacht haben. Es ist allerdings nicht ganz ungefährlich, da der Abstieg ziemlich steil ist und der Weg von oben nicht klar erkennbar ist. Auch der Weg aus dem Wasser zurück ans Festland dürfte sich abenteuerlich gestalten. Wir haben unsere Tour daher hier beendet und eine Pause eingelegt. Dabei hat sich ein Rotkehlchen zu uns gesellt.

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Ein Rotkehlchen

Apropos Tiere: Auch einer Eidechse sind wir hier begegnet.

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Eine tyrrhenische Mauereidechse

Tipp: Wer gerne alleine unterwegs ist, sollte um die Mittagszeit losgehen. Da die meisten entweder davor oder danach die Wanderung anzutreten scheinen, ist man um diese Zeit quasi alleine unterwegs und selbst beim Wasserfall waren vergleichsweise wenige Menschen, kurz waren wir sogar ganz alleine. Gegen 14 Uhr kam dann ein ganzer Schwall Menschen beim Wasserfall an.

Fazit

Der Wanderweg ist durchgehend sehr gut mit gelben Wegzeichen markiert. Man kann sich nicht verlaufen. Ein GPS-Gerät ist daher nicht erforderlich. Im Sommer ist die Wanderung allerdings aufgrund der Hitze ziemlich anstrengend. Man sollte unbedingt ausreichend Wasser/Flüssigkeit mitbringen, da es unterwegs keine Auffüll- oder Einkehrmöglichkeit gibt. Wer, so wie ich, auf eine Bademöglichkeit hofft, wird leider enttäuscht. Bei dem kleinen „Flüsschen“ entlang des Weges (siehe oben) handelt es sich um ziemlich seichtes, stehendes Gewässer, das höchstens zur Abkühlung für Gesicht, Hände und Füße reicht. Im Becken beim Wasserfall kann man zwar theoretisch baden, allerdings gestaltet sich der Abstieg ziemlich abenteuerlich. Insgesamt war es jedoch ein wirklich toller Halbtagesausflug, den ich absolut empfehlen kann.

Kurzübersicht:

Tourentyp: Wanderung
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Gehzeit: ca. 45 Minuten (in eine Richtung)
Tage: Halbtagesausflug
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: nein
Einkehrmöglichkeit: unterwegs keine, aber am Parkplatz (der Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung ist)
Bademöglichkeit nein
Parkmöglichkeit ja
Für Kinder geeignet: ja (mit Einschränkung, siehe oben)

Praktische Tipps:

Anfahrt: über die sehr kurvenreiche Straße D368 von Porto-Vecchio nach L’Ospédale, anschließend am Stausee („Barrage de l’Ospédale“) vorbei in Richtung Zonza. Der Parkplatz befindet sich ca. 3,5 km nach dem Stausee unübersehbar auf der rechten Seite, zumal auch die Wasserfälle dort ausgeschildert sind. Das Parken kostet 4€.

Parkmöglichkeit: kostenpflichtiger Parkplatz vorhanden; Kosten: 4 Euro


Und zu guter Letzt habe ich euch noch eine Liste an Wasserfällen, die ich im Umkreis von Porto-Vecchio gefunden habe, zusammengestellt:

  • Cascade du Voile de la Mariée, Bocognano (ca. 2,5 h von Porto-Vecchio, ca. 51 Min. von Ajaccio)
  • Cascades de Purcaraccia, Quenza (ca. 1 h von Porto-Vecchio)
  • Cascade Piscia di Gallo, San-Gavino-Di-Carbini (ca. 30 min. von Porto-Vecchio)
  • Cascades des Anglais, Vivario (ca. 2 h von Porto-Vecchio)
  • Cascade de Bura, San-Gavino-di-Fiumorbo (ca. 1,5 h von Porto Vecchio)
  • Cascade de Macini, San Gavinu di Fiumorbu (ca. 1,5 h von Porto Vecchio)

Dieser Beitrag hat an der Blogparade #Blogweltreise von Auswandern für Anfänger teilgenommen.

16 Kommentare zu „Wanderung zu Korsikas höchstem Wasserfall

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