Zu Besuch im Musiktheater Linz

Ich habe meiner alten Heimat Linz mal wieder einen Besuch abgestattet. Mittlerweile zähle ich mich auch schon eher zu den Touristen; so viel hat sich seit meinem Weggang 2008 verändert – zum Positiven, wie ich finde. Linz hat sich richtig gemausert.
Da ich bisher noch nie im bereits 2013 eröffneten Musiktheater war, entschied ich mich für eine Theaterführung (den Besuch einer Abendvorstellung hab ich mir für meinen nächsten Linzbesuch aufgehoben 😉 ).

Vom Hauptbahnhof aus ist das Musiktheater in nur wenigen Gehminuten erreichbar, was sehr praktisch ist und sicher auch mit ein Grund bei der Wahl des Standorts war. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, erreicht das Musiktheater mit den Straßenbahnlinien 1, 2 und 3 (Haltestelle Goethekreuzung) oder mit den Buslinien 12 und 46 (Haltestelle Volksgarten oder Goethekreuzung).

Tipp: Das Ticket für die Führung gilt ab 2 Stunden vor der Führung bis 24 Uhr als Fahrschein.

Man kann das Musiktheater nicht verfehlen. Damit du dennoch weißt, wonach du Ausschau halten musst:

Das Musiktheater Linz von außen
So sieht das Musiktheater von außen aus.

Das Musiktheater Linz von außen im Februar

Führung durchs Musiktheater

Vorweg möchte ich noch erwähnen, dass ich nicht alle Details der Führung verraten werde, sodass ihr auch noch einen Grund habt, das Haus selbst zu besichtigen.

Unsere Backstage-Führung begann um 14 Uhr und wurde von einer langjährigen Mitarbeiterin und Chorsängerin gemacht, die die Führung mit zahlreichen Anekdoten anreicherte, was ich persönlich sehr spannend fand. Aber von vorne:

Wir begannen unseren Rundgang unten im Keller, in der sogenannten BlackBlox Lounge. Der Raum erinnert mit seinen runden Tischen und Stühlen an Jazzabende und Kabaretts. Hier werden vorwiegend gekürzte Opernschmankerl und Jugendstücke gespielt. Besonders Ersteres – „für Personen, die keine dreistündige Oper hören möchten“ – spricht mich an. Ich finde es eine hervorragende Idee, nur die Gustostückerl einer Oper aufzuführen.
Weiter ging es in die BlackBox, wo wir etwas zum Thema Regieführung und Lichtregie erfuhren. In der BlackBox werden unter anderem kleinere Musicalproduktionen aufgeführt.

Bevor wir den Keller verließen, erfuhren wir nicht nur, weshalb der Orchestergraben unterhalb der Bühne liegt (aus akustischen Gründen), sondern auch etwas zur Lagerung der Instrumente. Natürlich wurden auch hier wieder Anekdoten eingestreut.

Anschließend nahmen wir im Orchestersaal Platz und lauschten spannenden Details zur Geschichte, Planung und Architektur des Hauses. Dabei ging unser Guide jederzeit auf Fragen ein.

Sei es die extravagante Gestaltung der Wände, die Einbuchtungen in den Wänden oder die Würfel, die von der Decke hängen – nichts ist hier Zufall. Alles dient der Akustik und wurde von Karl Bernd Quiring penibelst geplant.

Musiktheater Linz_Orchestersaal
Der Orchestersaal

Orchestersaal in Linz

Die Einkerbungen werden beispielsweise, wenn nötig, mit Dämmstoffe ausgefüllt.
Der Saal wird zudem auch als Tonstudio verwendet.

Bau und Hintergrundinfos

Die Idee für ein neues Musiktheater reicht bereits in die 1980er Jahre zurück. Zur Jahrtausendwende hatte sich dann als Standortfavorit der Linzer Schlossberg herauskristallisiert. Bei einer Volksbefragung im November 2000 entschied sich das Volk allerdings mit einer Mehrheit gegen dessen Errichtung. Es waren damals mehrere Standorte im Gespräch und schlussendlich hat bei der EU-weiten Ausschreibung der Londoner Architekt Terry Pawson mit dem heutigen Standort am Volksgarten gewonnen. Sicherlich nicht zuletzt wegen der zentralen Lage.

Insgesamt vier Jahre dauert dann der Bau, bis das Musiktheater im April 2013 eröffnet wurde. Bereits während der Bauphase wurden Führungen, sogenannte „Baustellen-Führungen“ angeboten. Insgesamt rund 20.000 BesucherInnen haben diese Möglichkeit genutzt.

Das Musiktheater ist eigenen Angaben zufolge das modernste Opernhaus Europas.

Nach diesem spannenden historischen Abriss durften wir einen Blick hinter die Bühne werfen, wo die Bühnentechniker gerade den Umbau für die Nachmittagsvorstellung vornahmen.

Backstage im Musiktheater Linz

Auch das sieht man ja nicht alle Tage und war durchaus spannend.

Das Gebäude ist übrigens riesig, die Orientierung nicht ganz einfach. Ein Querschnittplan verdeutlicht dies:

Ein Querschnitt vom Musiktheater Linz

Den Abschluss und somit die Krönung bildete der Besuch des Auditoriums. Vom obersten Rang aus blickten wir auf das fertige Bühnenbild von „Eine Nacht in Venedig“, das wir zuvor beim Aufbau gesehen hatten.

Auditorium_Großer Saal_Musiktheater Linz

Während wir es uns hier im Großen Saal gemütlich machten, erfuhren wir weitere Details zum Bau und zur Planung, genauer gesagt zur Architektur und Belüftung des Saals. Alleine an der Gestaltung dieses Saals soll der Akustiker Quiring eineinhalb Jahre getüftelt haben. Jetzt muss ich beim nächsten Mal nur noch die Akustik testen. 🙂

Dem abschließenden Tipp der Führerin, dem Restaurant „Das Anton“, das sich im obersten Stock des Musiktheaters befindet, einen Besuch abzustatten, leisteten wir, ob negativer Erfahrungen meiner Begleitung, nicht Folge. Stattdessen machten wir uns in die Innenstadt auf und kehrten schließlich im Lokal Stadtliebe ein – eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Das Lokal liegt nicht nur superzentral (mitten auf der Einkaufsmeile Landstraße), sondern kann auch mit seinem freundlichen Service, einer bequemen und modernen Einrichtung sowie leckerem Essen punkten.

Fazit

Alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Tag in Linz. Die Backstage-Führung kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Man erfährt so viele Hintergrundinfos und Anekdoten über das Musiktheater – einfach toll! Auch die Stadtliebe werde ich sicher bei meinem nächsten Linztrip wieder mit einem Besuch beehren.

Wart ihr schon mal in Linz bzw. im Musiktheater? Wenn ja, was hat euch besonders gut gefallen? Habt ihr weitere Tipps? Lasst mich doch in den Kommentaren an euren Erfahrungen teilhaben.


Infobox für Backstage-Führungen

Wann? samstags um 14.00 und um 16.00 Uhr

Preis: 8,00 Euro für Erwachsene, 3,00 Euro für Kinder bis 14 Jahre

Dauer: 1 ½ Stunden

Parken: Es gibt eine Parkgarage.

Treffpunkt: EingangsFoyer Musiktheater, Am Volksgarten 1, 4020 Linz

Weitere Infos: www.landestheater-linz.at


Infobox: Lokaltipp Stadtliebe

Erreichbarkeit: Straßenbahnlinien 1, 2, oder 3 (Haltestelle Mozartkreuzung oder Taubenmarkt),
Buslinie 46 (Haltestelle Mozartkreuzung)

Adresse: Landstraße 31, 4020 LINZ

Websitewww.stadtliebe.at


 

2 Kommentare zu „Zu Besuch im Musiktheater Linz

  1. Jaaa sehr toller Beitrag 🙂

    Ich könnte die Führung immer wieder machen, es ist einfach so spannend , man sieht auch die Vorstellungen dann mit ganz anderen Augen, wenn man weiß was alles dahinter steckt 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für dein Feedback und vor allem deine wertvolle Ergänzung. Ich würde die Führung auch ein zweites Mal machen, da ja auch jeder die Führung etwas anders gestaltet. Das kann ich mir vorstellen. Ich freue mich schon darauf, endlich auch ein Stück dort zu sehen. 🙂
      Liebe Grüße
      Julie

      Gefällt mir

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