Im Test: Das Thermenhotel Falkensteiner in Bad Waltersdorf

Da das Jahr ziemlich stressig war, wollten wir es ruhig ausklingen lassen und was ist dafür besser geeignet als ein Thermenaufenthalt? Da uns diese glorreiche Idee allerdings etwas spät kam, waren unsere Favoriten bereits ausgebucht. Wir haben uns daher vor allem aufgrund der Verfügbarkeit für die Falkensteiner Therme in Bad Waltersdorf entschieden. Außerdem eilt der Falkensteiner-Hotelgruppe ein recht guter Ruf voraus. Man kann mit dieser Wahl daher wohl nicht viel falsch machen, dachten wir uns. Ein netter Nebeneffekt war, dass das Hotel nur für Gäste ab 16 Jahren zugelassen ist. (Nein, wir sind nicht kinderfeindlich, aber es ist ein Faktum, dass es eben lauter ist, wenn Kinder herumtollen, was ja auch gut  und normal ist. Da es uns allerdings vor allem um Ruhe und Entspannung ging, fanden wir es äußerst angenehm, dass dort keine Kinder zugelassen waren.)

Ausstattung Top, Erklärung Flop

Bei unserer Ankunft wurden wir sehr nett von einer jungen Dame an der Rezeption begrüßt, die uns sogleich fragte, ob wir zum ersten Mal hier sind. Als ich dies erwartungsvoll bejahte, da ich glaubte, nun alles Mögliche erklärt zu bekommen, erwähnte sie nur kurz die Essenszeiten und wie wir zu unserem Zimmer gelangen.
Da das Gebäude auf einem Hang erbaut ist, fiel die Orientierung besonders anfangs etwas schwer. So mussten wir, um zu unserem Zimmer im zweiten Stock zu gelangen, beispielsweise den Lift bzw. die Treppe im ersten Stock wechseln. Einen Gebäudeplan haben wir –  sehr zum Missfallen meines Mannes – nicht bekommen. Ich hingegen könnte mit so einem ohnedies nicht viel anfangen und sehe es daher nicht wirklich als Manko, wenngleich es natürlich interssant gewesen wäre.

Als wir dann endlich unser Zimmer gefunden hatten, war ich vor allem von der Größe und den wunderschönen Sanitärräumen angetan.

 

 

Außerdem verfügte das Zimmer über eine Kaffeemaschine, einen Safe, einen Schreibtisch, einen Kasten, eine Couch, einen Föhn sowie einen Balkon. Den Balkon konnten wir freilich nicht nutzen, aber im Frühjahr bzw. bei milderen Temperaturen ist es sicher nett, daußen zu verweilen. Über die Kaffeemaschine mit zwei bereitgestellten Tabs freuten wir uns besonders. Auch eine Flasche Mineralwasser war bereitgestellt.

Auf dem Zimmer fanden wir zudem zwei Bademäntel und eine Badetasche mit zwei Badetüchern vor. Flip-Flops waren an der Rezeption erhältlich. Wir hatten allerdings unsere eigenen mitgebracht.

Nachdem wir uns rasch umgezogen hatten, starteten wir unsere Entdeckungstour. Anfangs war es, wie gesagt, etwas verwirrend, aber wir haben uns relativ schnell an die ungewohnte Architektur gewöhnt. Dass die Wege etwas länger waren. störte uns nicht so, immerhin kamen wir wenigsten so zu etwas Bewegung.

Aktivität? Fehlanzeige

Auf dem Weg zur Thermalwelt kamen wir am Aquapura-SPA vorbei, wo wir eine Rezeption, den Fitness- und Gymnastikraum, Infos zum Aktivitätsprogramm sowie Wasser und Äpfel zur freien Entnahme vorfanden. Da ich mich besonders auf das Aktivitätsprogramm freute – nach den Feiertagen und der Weihnachtsfresserei wollte ich mich unbedingt mal wieder bewegen und hatte daher meine Sportsachen mitgebracht -, las ich erwartungsvoll das Programm. Ca. zwei Drittel der angebotenen „Aktivitäten“ umfassten Saunaaufgüsse. Worin dabei die Aktivität besteht, ist mir zwar schleierhaft, aber es stand hier schwarz auf gelb. Die restlichen Aktivitäten umfassten u.a. Zumba, Aquagymnastik und Step-Aerobic, wobei pro Tag nur ca. 3 Sporteinheiten stattfanden, meistens bis 11:30 Uhr. Der restliche Tag war mit Saunaaufgüssen belegt.  Die angepriesenen Trendsportarten Smovey-Fitness und Jumping wurden leider während meines dreitätigen Aufenthaltes nicht angeboten. Die beworbenen Meditationsprogramme konnten wir am Plan nicht finden.

Nach dieser Enttäuschung widmeten wir uns dem nächsten Thema zu: Massagen. Das Buchen von Massagen war problemlos vor Ort direkt an der SPA-Rezeption möglich. Wir buchten jeweils eine Massage für den nächsten Tag. Das Angebot war groß und reichte von der klassischen Teil- und Ganzkörpermassage über die Aromamassage und Jogurtmassage bis hin zu Ohrkerzen- und Kräuterstempelmassage. Für Letztere blättert man 100 Euro hin. Wir entschieden uns beide für die klassische Teilkörpermassage (à 32 €).

Anschließend ging es einen Stock tiefer zum Wellnessbereich. Um diesen zu erreichen, musste man das SPA-Bistro durchqueren. Die Wasserwelt besteht aus zwei Becken, einem Thermal- und einem Sportbecken. Das Thermalbecken verfügt über einen Innen- und einen Außenpool. Wie üblich konnte man bequem vom Innenpool ins Freie schwimmen.

Falkensteiner Therme Bad Waltersdorf
Blick vom Relax-Bereich auf das Thermalbecken

Der Wellnessbereich ist tagsüber aufgrund der Glasfensterfront schön lichtdurchflutet und daher ideal zum Lesen. Abends hingegen ist es, je nach Platz, recht schummrig und wir mussten unseren Platz beispielsweise wechseln, um bei hellerem Licht unsere Lektüre fortsetzen zu können. Das Thermalbecken hatte angeblich 34 Grad, uns war es jedoch, vor allem abends draußen, eine Spur zu kalt.

Positiv hervorzugeben sind die extrem bequemen Liegen, die jeweils mit einer Matratze ausgestattet sind. Es gibt zwar keinen eigenen Ruheraum, aber der Bereich im ersten Stock (oberhalb der Wasserwelt) ist durch eine Glasscheibe abgetrennt und daher etwas ruhiger.

 

Völlerei à la buffet

Das Abendessen bestand aus einem fünfgängigen Menü, wobei 3 Gänge (Salat, Vorspeise und Suppe) selbst vom Buffet zu holen waren und zwei Gänge, die Haupt- und die Nachspeise, serviert wurden. Bei den Hauptspeisen standen je 5 zur Auswahl, bei der Nachspeise je 2. Nur je eine der fünf zur Auswahl stehenden Hauptspeisen war vegetarisch. Okay, dass die Essensauswahl für VegetarierInnen jetzt nicht so berauschend sein wird, konnte man ahnen. Sie werben immerhin mit „steirischer Küche“ und „Alpe Adria Kulinarik“, aber wie eingangs bereits erwähnt, haben wir das Hotel aufgrund seiner Verfügbarkeit ausgewählt und da ich bisher als Vegetarierin noch nirgends verhungert bin, habe ich mir nicht allzu große Sorgen gemacht.

Nachspeise_Topfenknödel mit Vanilleeis_Falkensteiner_Bad Waltersdorf
Topfenknödel mit Nuss-Brösel und Vanilleeis

Bereits am ersten Abend wurde mir vom Personal angeboten, eine vegetarische Alternativ-Hauptspeise zusammenstellen zu lassen und mir wurde versichert, dass das „sicher kein Problem“ sein würde. Auch bei den Vorspeisen gab es zumindest eine vegetarische Variante (in unserem Fall Kartoffelgratin, Gemüse und Pasta). Die Auswahl beim Salatbuffet war riesig und die angebotenen Öle reichten von Kern- über Sesam- bis hin zu Exoten wie Mohnöl.

Wir wurden auf jeden Fall satt. Mehr als satt, um genau zu sein.

Anschließend haben wir auf dem Zimmer noch eine Runde abalone gespielt.

abalone travel_spielen auf Reisen.jpg

Richtig praktisch, diese Reiseversion. 🙂

Warmwasser ist abends leider Mangelware. Wer also gerne warm/heiß duscht, sollte dies hier besser morgens tun bzw. zumindest nicht abends hintereinander. Abends war nämlich das Wasser nur noch lauwarm. Das Duscherlebnis geht dadurch leider komplett verloren.

Frühstücken wie eine Kaiserin

Da das Frühstück für mich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, war ich schon recht gespannt auf das Buffet – und wurde nicht enttäuscht. Die Auswahl war riesig. Es gab alles Mögliche von süß bis pikant, darunter Müsli, frische Früchte, verschiedene Sorten Brot, Jogurt, Nüsse, Trockenfrüchte, Wurst und Käse, Lachs, Waffeln, Kaiserschmarren, frischgepresste Säfte und vieles mehr. Ich war hellauf begeistert. 🙂

 

Auch die Qualität war ausgezeichnet. Es gab auch Sojamilch, laktosefreie Mich sowie Sojajogurt. Ein veganes Frühstück war problemlos möglich.

Nach dem Frühstück hatte ich meine Massage. Da dies die erste professionelle Massage meines Lebens war, war ich schon äußerst gespannt. Hoffentlich ist er/sie nicht zu grob. Davor hatte ich ein wenig Angst. Gemeinsam mit anderen Thermengästen wartete ich bei der SPA-Rezeption, wo wir einzeln zur Massage abgeholt wurden. Pünktlich zum vereinbaren Termin wurde ich von einem Mann mittleren Alters in ein Zimmer am Ende des Ganges geführt. Die Massage war äußerst angenehm – nicht zu grob oder fest. Es kamen auch heiße Steine zum Einsatz, was ich ebenfalls als sehr angenehm empfand. Die 25 Minuten vergingen wie im Flug. Ich hab außerdem einen tollen Tipp bekommen, den ich gerne mit euch teilen möchte:

Tipp für Bildschirmarbeitende: Um eine einseitige Verspannung im Schulter- und Nackenbereich zu verringern bzw. zu verhindern, sollte man auch die linke Hand (bzw. bei Linkshändern die rechte) an die Bedienung der Maus gewöhnen.

Nach der Massage kann man sich bei der SPA-Rezeption mit Wasser erfrischen. Auch Tee und Äpfel standen zur freien Entnahme bereit, Nüsse und Trockenfrüchte, wie in anderen Thermen üblich, gab es keine. Am zweiten Tag entdeckten wir allerdings, dass es von 15 bis 16 Uhr eine „Halfway Power Break“ gibt. Gespannt, was es da wohl gibt und ob dies in der gebuchten Halbpension enthalten ist, fanden wir uns gegen halb 4 im SPA-Bistro ein. Dort angekommen stand bereits eine lange Schlange an Menschen in weißen Bademänteln aufgereiht da. Zur Auswahl standen Trockenfrüchte, Nüsse, Jogurt, Brot und drei verschiedene Suppen. Als wir an der Reihe waren, war das Buffet allerdings schon etwas leer geräumt und ich erwischte gerade noch eine Portion Kürbiscremesuppe.
Später sahen wir, dass die Suppentöpfe nachgefüllt wurden.

Positiv hervorzuheben ist das äußerst zuvorkommende und freundliche Personal, das wirklich serviceorientiert und gut geschult ist.

So, da das nun ziemlich viele Infos waren, habe ich die Vor- und Nachteile nochmal in einer übersichtlichen Tabelle zusammengestellt:

Vorteile

Nachteile

+ Frühstücksbuffet (Auswahl, Qualität etc.) –       nicht für VeganerInnen geeignet und für VegetarierInnen nur bedingt
+ Personal (zuvorkommend, freundlich) –       Aktivitätsprogramm äußerst reduziert
+ Ausstattung der Zimmer (Kaffeemaschine, Größe etc.) –       sehr kleine Wasserwelt (nur 2 Becken, ein Thermal- und ein Sportbecken)
+ Tampons und Binden zur freien Entnahme auf der Damentoilette –       das Thermalbecken war für unseren Geschmack etwas zu kühl (34 Grad)
+ Halfway Power Break (in der Halbpension inkludiert) –       keinen Gebäudeplan/Übersichtsplan bzw. Rundgang mit Erklärungen erhalten
+ sehr bequeme Liegen (mit Matratzen) –       das Wasser zur freien Entnahme gab es bis drei Uhr, also bis zur Power Break, nur im ersten Stock und nicht im SPA-Bistro unten bei der Thermalwelt
+ abgesehen von der Lüftung sehr ruhig –       das schummrige Licht in der Therme war abends zum Lesen ungeeignet
–       die Lüftung am Zimmer ging auch in der Nacht immer wieder an (und konnte nicht abgedreht werden)
–       Der Wellnessbereich ist am Abreisetag nur gegen 15 Euro Aufpreis pro Person zu benutzen.

Wie daraus ersichtlich halten sich die Vor- und Nachteile annähernd die Waage. Wenig verwunderlich fällt unser Fazit daher wie folgt aus:

Fazit: Insgesamt fanden wir es ganz okay, würden aber kein zweites Mal hinfahren.

Humoristisches zum Schluss:
Zum Jahresende findet hier eine Silvestergala mit Dresscode und Red-Carpet-Empfang statt. Besonderes Highlight: Jeder wird persönlich vom Hoteldirektor begrüßt. 😀

 

Warst du auch schon mal in einem Falkensteiner-Hotel? Dann lass mich doch an deinen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben.

 


* Auf der Homepage steht, wie ich erst im Nachhinein gesehen habe, dass man spezielle Ernährungswünsche gleich bei der Buchung mitteilen kann und dass dann darauf Rücksicht genommen wird. 

5 Kommentare zu „Im Test: Das Thermenhotel Falkensteiner in Bad Waltersdorf

  1. Liebe Julie, ich war gerade noch auf der Homepage…. Frühstück bis 14 Uhr ist mir gerade noch positiv aufgefallen, das habe ich noch selten gesehen und Mittagessen ist dann sozusagen auch gleich erledigt. Kein so grosses Verständnis für Vegan ist in der Region noch weit verbreitet. Dazu muss ich sagen, ich lebe selbst nicht vegan, habe aber Sympathien dafür – gerade auch als leichte Küche für Vegetarier wie mich. Auch da gilt es für einige Hotels noch viel aufzuholen!
    Dann gibt es einige Dinge, die für das Hotel (quasi) kostenlos wären und deshalb für mich absolut unverständlich: kein Wasser mehr ab einer bestimmten Zeit? Wellness am Abreisetag nur mit Aufpreis? Puh, das hinterlässt ein schales Gefühl, egal, wie super der ganze Aufenthalt vorher war! Sehr schade!
    Nun hoffe ich, dass auch das Hotel deinen Beitrag und die Kommentare liest und danke Dir für die Ehrlichkeit!
    Liebe Grüsse, Miuh

    Gefällt 1 Person

  2. Interessant zu lesen! Doch was soll der völlig überflüssige Tipp zu Bildschirmarbeit mittendrin? Die Hand gewöhnt sich automatisch an die Maus, Muss sie ja. Oder hast Du eine spezielle Übung dazu?
    LG
    Ulrike

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank für dein Feedback! Vielleicht habe ich es etwas zusammenhanglos geschrieben. Werde das gerne noch mal überarbeiten. Im Zuge der Massage wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass meine rechte Schulter viel verspannter ist als meine linke. Eh klar, bin Rechtshänderin und arbeite den ganzen Tag am PC (nicht gerade eine natürliche Haltung mit dem Arm). Daraufhin hat mir der Masseur den Tipp gegeben, doch auch die linke Hand an die Maus zu gewöhnen und so die rechte Schulter etwas zu entlasten bzw. die Verspannung gleichmäßiger zu verteilen. Das Umgewöhnen ist also die Übung. Ich mache das nun seit drei Tagen und finde es super! Es ist generell eine gute Übung für die Koordination und das Gehirn. 🙂
      Liebe Grüße
      Julie

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